Praxis für Logopädie
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Eine logopädische Therapie ist notwendig, wenn die Kommunikationsfähigkeit gestört ist und dadurch das Zusammenleben mit den Mitmenschen beeinträchtigt ist. Sie umfasst eine eingehende Diagnostik, eine therapiebegleitende Beratung - auch der Angehörigen - sowie die Behandlung. Menschen aller Altersstufen können von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen betroffen sein.
Nachfolgend finden Sie Informationen zu einigen Störungsbildern.

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Sprachstörungen

Bei Kindern:
Sprachentwicklungsstörungen
 
Von Sprachentwicklungsstörungen spricht man bei Störungen oder Abweichungen vom normalen Spracherwerbsprozess. Dies kann einen oder auch mehrere Bereiche des Sprachsystems betreffen, also Aussprache und Lautsystem, Wortschatz, Grammatik und die allgemeine Kommunikationsfähigkeit sowie den Schriftspracherwerb. Störungen in den einzelnen Bereichen werden nachfolgend näher besprochen.

Dyslalie

Eine Dyslalie ist eine Störung des Lautsystems.  Das Kind hat Schwierigkeiten, ein oder mehrere Laute korrekt zu sprechen. Es ersetzt den schwierigen Laut durch einen anderen (z.B. Tind statt Kind) oder lässt ihn aus (dei statt drei). Oft hat es gleichzeitig Probleme, ähnlich klingende Laute (z.B. t und k oder sch und s) auditiv zu unterscheiden.
Je nach Anzahl der betroffenen Laute ist das Kind selbst von der eigenen Familie nur schwer zu verstehen. Unbehandelt kann dies zur Folge haben, dass sich das Kind zurückzieht und weniger spricht, kein Selbstbewusstsein entwickelt, aggressiv wird oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt. In der Schule ist das Risiko für die Entwicklung einer Lese-Rechtschreibstörung erhöht.
 
In der Regel haben Kinder bis zum Alter von 4 1/2 Jahren das Lautsystem erworben, bis 5 Jahre auch in allen Lautverbindungen.

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Störungen im Aufbau des Wortschatzes

Die meisten Kinder fangen mit ca. 1 Jahr an, erste Wörter zu sprechen und lernen in den ersten Jahren täglich neue dazu.  Dabei erlernt das Kind nicht nur das Wort selbst, z.B. „Banane“, sondern speichert auch viele Informationen dazu ab, z.B. dass eine Banane gelb ist, dass man sie schälen kann, dass man sie essen kann, dass man sie mit den Fingern matschen kann, dass sie süß schmeckt, usw.. Das Kind lernt und begreift also mit allen Sinnen. Von daher ist es verständlich, dass ein Kind, das das Wort „Schaf“ nur gehört hat, dieses nicht so leicht in seinen aktiven Wortschatz übernimmt als ein Kind, das ein Schaf bereits auf einem Bauernhof oder im Zoo erlebt hat, es gestreichelt hat, gesehen hat, wie es sich bewegt, was es frisst und es blöken gehört hat.
 
Gleichzeitig werden verschiedene Wörter, die gleiche Merkmale haben in Kategorien zusammengefasst, z.B. alles, was man essen kann sind Lebensmittel, alles was vier Beine und ein Fell hat sind Tiere und alle Tiere, die bellen, sind Hunde.
 
So sind für den Aufbau eines Wortschatzes viele Fähigkeiten notwendig, wie z.B. Wahrnehmungsfähigkeiten (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen), kognitive Fähigkeiten, wie kategorisieren, die Merkfähigkeit sowie die Fähigkeit, beim Sprechen das richtige Wort wieder abzurufen.
 
Bei einem Kind mit Wortschatzdefiziten muss deshalb genau diagnostiziert werden, in welchem dieser Bereiche die Probleme liegen, um gezielt dort anzusetzen.

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Dysgrammatismus

Dysgrammatische Kinder haben Probleme, das grammatische Regelsystem zu erlernen. Diese können sich auf den Satzbau beziehen, z.B.  an welcher Stelle im Satz das Verb stehen muss ( ich den Ball haben will) oder auf Deklination und Konjugation, z.B. wie der Plural  gebildet wird (Hemds statt Hemden) oder die Vergangenheit ( ich bin zur Oma gegangt)

Der Erwerb der grammatischen Regeln erfolgt normalerweise in einer bestimmten Reihenfolge. In der logopädischen Diagnostik wird deshalb die Spontansprache des Kindes analysiert, um zu sehen, in welcher Phase es steht, d.h. welche grammatikalischen Strukturen die Probleme machen und wo die Therapie ansetzen muss.

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Pragmatische Störungen

Kinder mit pragmatischen Störungen haben allgemein Schwierigkeiten, altersgemäß zu kommunizieren. Sie bauen z.B. keinen Blickkontakt auf, haben Probleme beim Wechsel von Sprecher- und Hörerrolle im Gespräch (turn-taking) oder bei verschiedenen Spielformen wie Regelspiel oder Rollenspiel.

Weitere Informationen zum Thema Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern finden Sie hier:

www.dbl-ev.de

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LRS

Diese Abkürzung steht für Lese-Rechtschreibschwäche, oft auch als Lese-Rechtschreibstörung, Legasthenie oder Dyslexie bezeichnet. Trotz regelmäßigen Schulbesuchs und intensiven Übens lesen die betroffenen Kinder stockend, extrem langsam oder lesen viele Fehler und/oder verstehen den Sinn des Gelesenen nicht. Beim Schreiben werden Buchstaben ausgelassen, vertauscht oder falsch geschrieben, Rechtschreibregeln nicht beachtet oder/und die Wörter sind kaum zu entziffern.
Was uns Erwachsenen beim Schreiben und Lesen in der Regel mühelos von der Hand geht, ist aber gehirnfunktionell das Ergebnis eines komplexen Transformationsprozesses. Z.B. beim Diktat muss das diktierte Wort zunächst im Gedächtnis behalten werden, die gehörte Lautfolge muss in die einzelnen Laute zerlegt werden, ohne dabei einen auszulassen, die einzelnen Laute müssen identifiziert und von ähnlichen unterschieden werden (z.B. g,k), der dazugehörige Buchstabe muss aus dem Gedächtnis abgerufen und auch hier wieder von ähnlich aussehenden unterschieden werden (z.B. b,d). Schließlich sind die Buchstaben dann noch in der richtigen Reihenfolge niederzuschreiben.
Umgekehrt müssen beim Lesen die Buchstaben erkannt und die dazugehörigen Laute gefunden werden, diese zusammengesetzt und verschliffen sowie im Gedächtnis behalten werden, um schließlich als Wort erkannt zu werden, dem dann aus dem semantischen Lexikon im Gehirn eine Bedeutung zugeordnet wird.
Dyslektische Kinder haben häufig bei einem oder mehreren dieser Einzelschritte Schwierigkeiten, sodass das Endergebnis, also das geschriebene oder das gelesene Wort, fehlerhaft ist. In der logopädischen Diagnostik muss also zunächst herausgefunden werden, wo bei dem betroffenen Kind die Schwierigkeiten liegen, um die entsprechenden Teilleistungen speziell zu fördern.

www.dbl-ev.de

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Sprachstörungen bei Erwachsenen

Aphasie

Aphasie ist eine Sprachstörung, die nach abgeschlossenem Spracherwerb auftritt. Häufigste Ursache ist der Schlaganfall, bei dem unterschiedliche sprachrelevante Bereiche im Gehirn geschädigt werden. Die Störung kann einzelne oder alle Bereiche der Sprache in unterschiedlicher Schwere betreffen, wie z.B. Sprachverständnis, Wortfindung, Grammatik, Lesen oder Schreiben.
Häufige neuropsychologische Begleiterscheinungen sind z.B. eine Halbseitenlähmung, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnisstörungen, Wahrnehmungsstörungen oder Antriebsstörungen.
 
Aphasie ist eine Diagnose, die das Leben der Betroffenen sowie der Angehörigen von Grund auf verändern kann. Sie stellt oftmals eine schwere Belastung für die ganze Familie dar. Deshalb ist die Beratung der Angehörigen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
 
Im Mittelpunkt aber steht das Therapieziel, die sprachliche Kommunikation des Betroffenen
- soweit es seine Möglichkeiten zulassen - zu verbessern. Die Therapie basiert auf einer eingehenden Diagnose, bei der untersucht wird, welche Bereiche der Sprache in welchem Ausmaß betroffen sind, um dort gezielt ansetzen zu können. Die Alltagsrelevanz der Therapieinhalte sollte dabei immer im Auge behalten werden, denn Endergebnis sollte sein, besser durch den Alltag zu kommen.
 
Untersuchungen haben gezeigt, dass eine hohe Frequenz an Therapieeinheiten, abgelöst durch Therapiepausen die besten Ergebnisse erzielt.
 
Weitere Informationen zum Thema Aphasie finden Sie hier:
 
APHASIE Sprachstörung nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma
Ein Ratgeber für Angehörige
Von Jürgen Tesak
Schulz-Kirchner-Verlag
ISBN 3-8248-0366-6
 

www.dbl-ev.de
www.aphasiker.de
www.aphasiker-kinder.de
www.schlaganfall-hilfe.de

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Sprechstörungen

Artikulationsstörungen

Von Artikulationsstörungen spricht man, wenn Laute nicht korrekt ausgesprochen werden. Dabei wird das Wort nicht in seiner Bedeutung verändert (wie z.B. bei der phonologischen Störung: Saal statt Schal), sondern nur im Klang. Die bekannteste Artikulationsstörung ist das „Lispeln“.
 
Ursache für die Lautfehlbildung ist ein nicht korrektes Bewegungsmuster der Artikulationsorgane (Zunge, Lippen …), oft bedingt durch eine Muskelschwäche.
 
Die Therapie beinhaltet in der Regel Hör- und Wahrnehmungsübungen, mundmotorische Übungen zum Aufbau der Artikulationsmuskulatur, die Korrektur der Lautbildung bis hin zur schrittweisen Übernahme des neu erlernten Bewegungsmusters in die Spontansprache.

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Stottern

Als Stottern bezeichnet man Redeflussstörungen. Symptome treten auf  in Form von Laut-, Silben- und Wortwiederholungen, Lautdehnungen sowie Blockaden. Als sogenannte Begleitsymptome können Mitbewegungen der mimischen Muskulatur oder einzelner Körperteile, Veränderung der Sprechweise wie Flüstern oder Verlangsamung, Satzabbrüche, Satzumstellungen, Vermeiden des Blickkontakts bis hin zum sozialen Rückzug beobachtet werden. Die Begleitsymptome sind Strategien, die Stotterer anwenden, um aus dem gefürchteten Stottern herauszukommen bzw. um die Sprechsituation ganz zu vermeiden. Emotionale Begleiterscheinungen können psychische Anspannung, Frustration, Wut oder Sprechangst sein.
 
Was die Ursache für das Auftreten von Stottern ist, ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Es gibt zwar viele Hypothesen, doch keine lässt sich wirklich beweisen. Vermutlich sind mehrere Faktoren daran beteiligt. So wird z.B. nach dem häufig diskutierten Modell von Starkweather neben einer erblichen Disposition ein Ungleichgewicht von Anforderungen und Fähigkeiten vermutet. Fähigkeiten sind dabei auf der sprachlichen, aber auch auf der kognitiven, motorischen oder emotionalen Ebene, wie z.B. Selbstbewusstsein oder Frustrationstoleranz zu finden. Diesen Fähigkeiten stehen Anforderungen von außen (z.B. Kindergarten, Eltern, Freunde) sowie von innen (z.B. der Ergeiz des Kindes selbst) gegenüber.
 
Doch wann ist Stottern wirklich Stottern und wann ist es behandlungsbedürftig? Bei kleinen Kindern bestehen bei dieser Frage häufig Unsicherheiten.
Im Alter von 2-5 Jahren treten bei den meisten Kindern entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten auf. Nach der oben beschriebenen Hypothese von Starkweather lässt sich das folgendermaßen erklären. Ein Kind, das z.B. gerade entdeckt hat, dass das Verb im Satz an zweiter Stelle stehen muss, bemerkt sein Defizit (Ich Oma gehen). In der Phase, in der sich die neu  erworbene grammatikalische Struktur (Ich gehe zur Oma) festigt, benötigt es für seine Aussage noch  Zeit zum Überlegen. Um keine Sprechpause entstehen zu lassen, füllt es diese Zeit mit Wiederholung (Ich..ich..ich gehe zur Oma). Hat das Kind die nächste Stufe seiner sprachlichen Fähigkeiten erreicht, sind Anforderungen und Fähigkeiten wieder im Gleichgewicht und das Kind verliert diese physiologischen Unflüssigkeiten wieder.
 
Bei manchen Kindern jedoch bleiben die Unflüssigkeiten bestehen und es kann daraus ein wirkliches Stottern entstehen.

Wann sollten Sie Ihr Kind dem Arzt oder einer Logopädin vorstellen:
- wenn Sie selbst sehr besorgt sind,
- wenn das Stottern länger als ein halbes Jahr anhält,
- wenn Ihr Kind seine Unflüssigkeiten bemerkt und darunter leidet,
- wenn es  Begleitsymptome, wie z.B. Mitbewegungen, psychische Anspannung, emotionale
- Reaktionen zeigt,
- wenn es seine Sprechfreude verliert und Sprechsituationen vermeidet.
 
Nach einer eingehenden Diagnostik wird entschieden, ob eine Therapie notwendig ist. Bei Kindern wird je nach Symptomatik und Alter des Kindes indirekt an den Risikofaktoren (z.B. Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten durch Behebung einer Sprachentwicklungsstörung) oder direkt am Stottern gearbeitet. Ein wichtiger Bestandteil der Stottertherapie ist die Beratung der Eltern sowie die Einbeziehung der Eltern in die Therapie, da sie das Kind auch zu Hause unterstützen sollen.
Mit jugendlichen und erwachsenen Stotterern wird immer direkt am Symptom gearbeitet.
 
Im Groben lassen sich zwei Arten von Therapiemethoden unterscheiden:
- Bei der Modifikationstherapie oder auch Nicht-Vermeidungs-Therapie wird am Stottern selbst gearbeitet. Der Patient soll zum einen unempfindlich werden gegenüber seinem Stottern und gegenüber möglichen Reaktionen seiner Kommunikationspartner sowie sein Sprechverhalten selbst verändern, d.h. von harten Sprechbewegungen hin zu weicheren, langsamen und lockeren Bewegungen kommen. Ziel ist ein kontrolliertes flüssiges Sprechen bzw. ein leichtes anstrengungsfreies Stottern.
- Bei der sogenannten „Fluency Shaping“- Methode wird am Sprechen gearbeitet und die Anteile des vorhandenen flüssigen Sprechens ausgeweitet. Die Sprechweise wird so verändert, dass ein Stottern nicht mehr auftreten soll. Ziel ist eine kontrollierte Sprechflüssigkeit.
 
Welche Methode für welchen Patienten geeignet ist, muss in einem ausführlichen Gespräch am Anfang der Therapie mit dem Patienten bzw. mit den Eltern geklärt werden. Auch eine Kombination von beiden Verfahren ist möglich.
 
Weitere Informationen zum Thema Stottern finden Sie hier: 
www.dbl-ev.de
www.bvss.de

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Dysarthrie

Die Dysarthrie, oder auch Dysarthrophonie ist ein reines Problem des Sprechens. Im Unterschied zur Aphasie ist  das Verstehen, Lesen und Schreiben intakt. Die Störung befindet sich auf der motorischen Ebene, d.h. die Sprechmuskulatur wie Lippen, Zunge, Gaumensegel, Kehlkopf können nicht korrekt bewegt werden. Grund ist eine Störung in der Steuerung dieser Organe, verursacht durch einen Schlaganfall oder eine andere Schädigung der verantwortlichen Gehirnareale.
Symptome der Dysarthrie können sein:
- Verwaschene undeutliche Aussprache,
- Atemprobleme
- ein rauer, heiserer Stimmklang
- ungewöhnlicher Sprechrhythmus, Sprechmelodie oder Betonungen
Oft sind die Betroffenen nur schwer zu verstehen, was eine große Belastung für die tägliche Kommunikation darstellt.
 
Eine gezielte logopädische Therapie kann die sprachlichen Leistungen verbessern. Am Anfang steht eine ausführliche Diagnose, anhand derer die TherapeutIn die Problembereiche erkennen kann und daraufhin individuell abgestimmte Übungen anbieten kann. Dies kann z.B. Bereiche wie Haltung,  Atmung,  Stimmgebung,  Mundmotorik und/oder Sprechmelodik und Betonungsmuster in individueller Gewichtung betreffen.
Ziel ist die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit im Alltag. Deshalb ist therapiebegleitend auch die Beratung und Miteinbeziehung der Angehörigen wichtig.
 
Weitere Informationen finden sie hier:
 
Dysarthrie Ein Ratgeber für Angehörige
Von Anne Berndt und Antje Mefferd
Schulz-Kirchner-Verlag
ISBN 3-8248-0491-3

www.dbl-ev.de
www.aphasiker.de
www.schlaganfall-hilfe.de

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Sprechapraxie

Bis ein Wort ausgesprochen ist, müssen vorher verschiedene Prozesse ablaufen. Zunächst entsteht im Gehirn die Sprechabsicht. Dann muss das entsprechende Wort aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Anschließend muss geplant werden, welche Muskeln (Zunge, Lippen, Gaumensegel, Kehlkopf…) sich wie bewegen müssen, um das  Wort zu realisieren. Erst nach dieser Planung gibt das Gehirn über die Nervenbahnen den Befehl an die Muskeln, sich entsprechend zu bewegen, um das Wort auszusprechen.
Diese ganzen Vorgänge passieren in der Regel unbewusst und rücken erst ins Bewusstsein, wenn sie nicht mehr funktionieren.
 
Unter Sprechapraxie versteht man Beeinträchtigungen der Bewegungsplanung. Die Artikulationsmuskulatur bekommt nicht die richtigen Befehle, sich entsprechend der Sprechabsicht zu bewegen.
Symptome der Sprechapraxie sind deshalb:
- phonematische Fehler (Lautabweichungen, die die Wortbedeutung verändern bzw. das Wort
- unverständlich machen, z.B. Bonne statt Sonne)
- phonetische Fehler (Lautabweichungen, die nur den Lautklang, nicht aber die Bedeutung des
- Wortes verändern)
- Suchbewegungen der Artikulationsorgane
- Es treten beim gleichen Wort immer wieder andere Fehler auf
- Fehler treten nur in der gesprochenen, nicht in der geschriebenen Sprache auf.
 
Häufig tritt die Sprechapraxie in Kombination mit einer Aphasie auf, sodass die Symptome nicht immer eindeutig sind.
Ziel der Therapie ist in erster Linie die Verständlichkeit der Äußerungen.

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Stimmstörungen

Stimmstörungen treten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auf.
Ausgehend von der Ursache unterscheidet man zwei Arten:
1. Funktionelle Stimmstörungen sind häufig die Folge eines ungünstigen Stimmgebrauchs
---und/oder einer Stimmüberlastung.  Betroffen sind deshalb insbesondere Menschen mit
---Sprechberufen, wie z.B. Lehrer/innen, Erzieher/innen, Mitarbeiter von Call-Centern oder
---aber laute, lebhafte Kinder.
2. Organische Stimmstörungen basieren auf einem organischen Befund, wie z.B.
---Stimmlippenlähmung
---Stimmlippenknötchen oder andere Veränderungen der Stimmlippen
---Veränderungen des Kehlkopfs durch Trauma, Entzündungen, operative Eingriffe
---Kehlkopftumor
Ein organischer Befund, z.B. Knötchen kann aber auch durch einen lang andauernden ungünstigen Stimmgebrauch, also einer nicht behandelten funktionellen Dysphonie entstehen.
 
Bemerkbar macht sich eine Stimmstörung in erster Linie durch einen rauen, heiseren oder behauchten Stimmklang. Die Stimme ermüdet rasch und häufig ist ein Missempfinden oder Trockenheitsgefühl im Kehlkopf zu spüren.
Dauert die Heiserkeit an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der  je nach Ursache und Schweregrad eine Stimmtherapie verordnet.
 
Basis für die Stimmtherapie ist eine eingehende Diagnose. Da die Stimme eine Funktion des ganzen Körpers und der Person ist und eine Störung oft auch durch Gewohnheiten mitverursacht wurde, ist das Gespräch ein wichtiger Bestandteil von Diagnostik und Therapie.
Basierend auf den Ergebnissen der Diagnostik werden in unterschiedlichen Gewichtungen Übungen zu den Bereichen Wahrnehmung, Haltung, Körperspannung, Atmung, Stimmgebung, Artikulation erarbeitet. Um eine wirkliche Verbesserung zu erreichen, sind tägliche Übungen zu Hause unerlässlich.

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Schluckstörungen

Dysphagie

Das Schlucken ist eine Bewegung, die wir täglich, meist unbewusst bis zu 2000 mal durchführen, teils mit Nahrung oder Flüssigkeit, teils nur mit Speichel. Bewusst wird uns das Schlucken oft erst, wenn es nicht mehr richtig funktioniert.
Häufigste Ursache von Schluckstörungen ist der Schlaganfall sowie das Schädel-Hirn-Trauma. Sie können aber auch Begleitsymptome von Hirntumoren, von degenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose u.a. sein.
Folge der Schluckstörung ist das Verschlucken – die Aspiration. Dabei gelangt Nahrung oder Flüssigkeit in die Luftröhre und von da aus in die Lunge. Dies kann zu einer lebensgefährlichen Lungenentzündung führen. Weitere Auswirkungen sind Gewichtsverlust durch Mangel- oder Fehlernährung, Flüssigkeitsmangel oder Erkrankungen der Mundschleimhaut.
 
Bei Verdacht auf eine Schluckstörung wird der Patient zunächst einer eingehenden ärztlichen und logopädischen Diagnose unterzogen. Danach wird entschieden, ob eine Schlucktherapie verordnet wird oder sogar invasive Maßnahmen wie z.B. Sondenernährung nötig sind.
 
Die Schlucktherapie setzt an den Ergebnissen der Diagnose an. Z.B. wird an gestörten Funktionen wie Zungenbeweglichkeit gearbeitet, um diese zu verbessern bzw. wiederherzustellen. Ein weiteres Therapieziel kann die Verbesserung der Wahrnehmung sein, um die Auslösung des Schluckreflexes zu erleichtern.
Kompensatorische Methoden beinhalten z.B. einen günstigen Haltungsaufbau und die Einübung bestimmter Schlucktechniken.
Weiterhin kann die Nahrung, insbesondere deren Konsistenz der Schluckstörung angepasst werden oder auch ein Einsatz von Hilfsmitteln (spezielle Trinkgefäße oder Besteck) hilfreich sein.
 
Alle therapeutischen Maßnahmen zielen darauf hin, den Schluckvorgang zu erleichtern oder mit der Schluckstörung besser umgehen zu können. Ganz wichtig ist dabei auch die Einbeziehung und Beratung der Angehörigen.
 
Weitere Informationen zum Thema Dysphagie finden Sie hier:
 
Dysphagie Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige
Von Wiebke Herbst-Rietschel
Schulz-KirchnerVerlag
ISBN 3-8248-0363-1

www.dbl-ev.de
www.aphasiker.de
www.schlaganfall-hilfe.de

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Myofunktionelle Störungen

Unter einer myofunktionellen Störung versteht man ein Ungleichgewicht der Muskulatur im Mundbereich, also Lippen, Wangen, Zunge. Die häufigsten Symptome sind:
- offener Mund mit schlaffen Lippen,
- Mundatmung
- Vorverlagerung der Zunge beim Schlucken und beim Sprechen
- schlaffe, interdentale (zwischen den Zähnen) Zungenruhestellung
 
Eine myofunktionelle Störung ist meistens die Ursache für Zahnfehlstellungen oder Artikulationsstörungen, die oft auch in Kombination auftreten.
Die häufigste Artikulationsstörung ist das „Lispeln“. Dabei wird die Zunge beim s-Laut zwischen die Zähne geschoben, anstatt mit hoher Spannung hinter den oberen Schneidezähnen angehoben zu werden.
Zahnfehlstellungen entstehen beim interdentalen Schluckmuster dadurch, dass die Zunge bei jedem Schlucken (bis zu 2000 mal täglich!) die Zähne nach vorne drückt.
Die Mundatmung begünstigt das Auftreten von Infekten.
 
Deshalb ist vorrangiges Ziel der myofunktionellen Therapie ein Mundschluss und die Nasenatmung. Weiterhin wird mit mundmotorischen Übungen die Zungen-, Lippen-, Wangenmuskulatur gestärkt, die Koordination verbessert und die Wahrnehmung geschärft, um damit die Voraussetzung zur Umstellung des Schluckmusters zu schaffen. Wie schnell sich ein Erfolg einstellt, hängt nicht zuletzt vom täglichen Üben zu Hause ab.  
 

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